Von den Klängen des Morgens, des Herbstlaubs und der stillen Violine in Basel...

Die heutigen Spurenklänge und Artikel hierzu sind ein Gastbeitrag von Ramona Rinke, Geokultur- und Inspirationscoach von Leben und Wandel, die bereits im Spuren | Magazin und anderen Beiträgen bei uns im Spurenkreis in Erscheinung getreten ist und treten wird. Darin folgt sie dem Klang des Morgens in ihrem Zuhause, dem Rascheln der Blätter im Herbst im Wald ihrer Heimat und dem Klang einer stillen Violine eines Straßenmusikers in Basel.


Der Klang des Morgens

Dem Geräusch gehen ein paar Handgriffe voraus. Es ist ein Morgenritual, welches mir seit dem dreimonatigen Aufenthalt in Italien ans Herz gewachsen ist. Damit zaubere ich mich wach und verbinde mich mit dem Tag.

Unser gemeinsames Willkommen…

Ein nicht darüber nachdenken müssen, einen Schritt nach dem anderen, wie selbstverständlich und vertraut im Tun und der Zubereitung.

Dann ein Augenblick des Wartens, nicht ungeduldig… bis das Zischen und Brodeln laut verkündet, dass es gleich so weit ist.

Die Kaffeezubereitung auf diese Art ist für mich immer noch ein wahres Wunderwerk, wie das Wasser durch den Kaffee nach oben gepresst wird. Das Geräusch, das dabei entsteht, könnte auch bedeuten … ich habe es geschafft, bin da und kann mit Genuss getrunken werden.

Die Ankündigung durch diesen Ton, klingt wohlwollend und freundlich, wie eine Einladung, das Leben zu genießen.

Die Erinnerung an die Tage, an denen ich mit dem heißen Kaffee über die Landschaft der Toskana geschaut habe, klingt nach.

Die Stille des beginnenden Tages, das Licht und die Stimmung sind mir nah.

Damit ist es für mich etwas Besonderes.

Und ich lausche dem Ton und freue mich... auf diesen geräuschvollen Moment.

Den wir hier und heute, gerne in den Spurenklängen teilen möchten.

©22.01.2022 Ramona Rinke | Leben und Wandel.de

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Das Rascheln der Blätter im Herbst

Im Rhythmus der Füße, die einen Schritt nach dem anderen laufen, bewegen sich die Blätter auf dem Boden. Ich bewege etwas…, dass als Geräusch zu meinen Ohren zurückschwingt.

Es beruhigt und gleichzeitig fühlt es sich lebendig an.

Unbändige Freude eröffnet sich in mir. Mutiger wirbele ich die Blätter durch die Luft. Erinnerungen an das Gefühl der Kindlichen Leichtigkeit, die Blätter tanzen zu lassen nehmen in mir Raum ein…

Ein Lied fällt mir ein:

„… da fuhr er durch die Äste und pflückte Blatt für Blatt, nun ziehen wir zum Feste, nun tanzen wir uns satt.“

Nach einem Moment ist auch der Anfang da:

„Ihr Blätter wollt ihr Tanzen, so rief im Herbst der Wind. Ja, Ja wir wollen tanzen, ja wir wollen tanzen, komm hohl uns nur geschwind…“

Wärme und Dankbarkeit durchströmt mich, ich fühle mich verbunden mit dieser Jahreszeit, mit dem Kind sein und der Freude. Und in mir entstehen Bilder von tanzen Blättern…

Plötzlich kommt ein Windhauch, ein Blättersegen von oben. Ein magischer Moment. Ich fühle mich gesehen und Verbunden mit der Natur. In mir wächst die Zuversicht, in diesen Augenblicken, in denen auch ich die Natur wahrnehme, etwas zu bewegen.

Die Blätter antworten mir, mit ihrem Rascheln...

©20.01.2022 Ramona Rinke | Leben und Wandel.de

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Die Musik der stillen Violine in Basel

Es ist Juli, Sommerzeit, die Zeit, in der die Menschen hinausströmen und es genießen wieder im Miteinander zu sein. Ich bin in Basel und dann ist der Moment da, in die Stadt einzutauchen, sie auf mich zukommen zu lassen. Eine Melodie zieht mich an. Der Klang der im Herzen berührt. Ich bewege mich wie in einem Sog darauf zu und entdecke einen Musiker, der hingebungsvoll mit seinem Instrument verbunden ist und die Melodie zu mir schickt. Dieses Instrument kenne ich noch nicht. Es sieht aus, wie ein schlank gewordener Kontrabass oder wie eine Geige mit Fuß. Später habe ich herausgefunden, dass es eine 5-saitige Silent Violine ist, die für ein natürliches Spielgefühl sorgt. Was ich hören und spüren kann. Ein Instrument mit einem traditionell gefertigten Hals, in ovaler Form, welches so viel wie eine akustische Violine, ca. 500g wiegt.

Das besondere Instrument macht den Moment noch magischer. Auf dem Schild, was ich dann entdecke, steht, dass der Musiker, Geld sammelt für sein Musikstudium in Basel. Innerlich kommt sofort ein „ja“ für sein Projekt. Unbedingt sollte dieser junge Mann, die Möglichkeit haben, Musik zu studieren. Es ist spürbar, dass die Musik und das Spielen, seine Passion ist. Ein Glücksgefühl durchströmt mich und ich lege Geld in den Violinen Kasten. In diesem Augenblick ist es mir eine Freude, einen kleinen Teil, dazu beitragen zu können. Von der einen, berührenden Melodie, geht es dann in ein lebendiges Spiel, voller Leben. Ringsherum blicke ich in strahlende Gesichter und auch mein Lächeln strömt in meinen ganzen Körper. Eine Zeit vergessener vollkommener Moment, der noch lange in meiner Erinnerung nachwirkt und nachklingt. Das sind die Geschenke des Lebens.

Heute war es für mich der Klang der Musik.

Einer Musik, die wir gerne in den heutigen Spurenklängen teilen.

©19.01.2022 Ramona Rinke | Leben und Wandel.de

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